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27Jul/100

iPhone jailbreaken jetzt legal – doch wie relevant ist die Entscheidung?

Das US Copyright Office entschied jetzt über eine Klage der EFF, einer Bürgerrechtsorganisation mit dem Fokus auf allen möglichen kommunikations-technischen Fragestellungen. Die Organisation hatte die Anti-Jailbreak-Politik von Apple in Frage gestellt. Jailbreak bedeutet, wie der Name schon sagt, "aus dem Gefängnis ausbrechen". Im Fall Apple-Hardware bedeutet das also das Entfernen von Sicherheitsvorkehrungen gegen die Installation von Apps, die nicht im App-Store zugelassen sind. Apple geriet mit dieser strikten Politik in der Vergangenheit schon häufiger in die Kritik.

Eigentum? Immer noch irrelevant

Überraschenderweise ist die Entscheidung für mich aber gar nicht so spannend, wie ich eigentlich dachte. Im Wesentlichen wird festgestellt, dass Nutzer mit dem von ihnen erworbenen Eigentum machen können, was sie wollen. Kein großer Wurf, wenn man bedenkt, dass sie das auch vorher schon durften. Eigentum gibts ja nicht erst seit Apple.

Das wirkliche Gefängnis für das Gros der Eigentümer von iPhones bleibt also. Nach Apples Firmenpolitik können die Eigentümer von iPhones immer noch die Garantie verlieren, wenn sie ihr Handy jailbreaken. Und damit wäre der Jailbreak immer noch reichlich unattraktiv.

Was sollte in Zukunft passieren?

Um den Jailbreak so zu legalisieren, wie von vielen gewünscht, müßte gesetzlich - von wem auch immer - festgesetzt werden, dass das Verfahren mit Eigentum, also die Ausübung eines eigenen Rechts, nicht per se den Garantieverlust herbeiführen kann.

Unstrittig: wenn jemand sein iPhone in den Fluß wirft, mit dem Auto drüber fährt oder es beschießt, der soll keine Garantieansprüche haben.

Wer das iPhone aber beispielsweise rein softwareseitig jailbreakt und gar nicht in die Hardware eingreift, soll Garantieansprüche auf Fehler in der Hardware verlieren?

Und damit sind wir da, wo wir eigentlich hin sollten: mit dem Eigentum soll der Eigentümer genauso verfahren können, wie er will. Es ist nachher an Apple zu klären, ob der Jailbreak vielleicht einen Hardwarefehler ausgelöst hat oder nicht. Dann einen Garantieverlust auszusprechen ist vollkommen in Ordnung.

Aber wenn Apple von vornherein sagt (und sagen darf, weil nicht gerügt):

"Wer mit seinem Handy nicht so verfährt, wie wir das wollen, der verliert jegliche Ansprüche gegen uns, auch wenn sein Handeln gar nicht ursächlich für den Fehler  war...",

dann haben wir keine wirkliche Freiheit für den Eigentümer und erst recht keine wirkliche Legalisierung des Jailbreaks, denn abgesehen von der Feststellung, dass der Eigentümer machen darf was ihm rechtlich zusteht, hat sich an der rechtlichen Folge nichts geändert.

Jeder, der sein iPhone überlegt zu jailbreaken wird sich das also immer noch überlegen und das ganze im Zweifel sein lassen. Der iPhone-Jailbreak ist also noch genauso unpraktikabel wie eh und je. Die Verbraucher-Rechte sind keineswegs gestärkt.

Apple-Smartphone - USA: Grünes Licht für iPhone-Knacker - Digital - sueddeutsche.de.

25Jul/100

Der E-Postbrief – Das Briefgeheimnis im Internet?

Der e-Postbrief macht gerade als neuester Versuch der Post irgendwie im e-Mail Markt mitzumischen (nachdem der letzte Versuch im Jahre 2002 abgebrochen wurde) und für das Versenden elektronischer Post abzukassieren.

Das ganze ging hervor aus den staatlichen Bemühungen um die Etablierung einer "Bürger-ePost". Staatlich wird noch am Gesetz gefeilt, die Post hat sich jetzt rausgeschaltet und zügig ein eigenes System vorgestellt, das allerdings nicht im Rechtsverkehr verwendet werden kann (fehlende Möglichkeit eine elektronische qualifizierte Unterschrift mitzusenden).

Und das ist noch nicht alles. Ein Interview mit dem bekannten Blogger Udo Vetter vom lawblog.de deckt die interessanten Klauseln, ihre Bedeutung und Tragweite auf. Viel Spaß!

viaYouTube - Der E-Postbrief - Das Briefgeheimnis im Internet?.

22Jul/100

Brasilien will die technische Sperrung von gemeinfreien Werken verbieten

Fortschritt olé! Aber kurze Frage: warum muss ein Land wie Brasilien uns vormachen, wie es zu laufen hat?

"In Brasilien wird das Versehen gemeinfreier Inhalte mit DRM-Zugangssperren bald strafbar: Ein neuer Urheberrechtsgesetzentwurf der dortigen Regierung verbietet in Artikel 107 nämlich technische Sperren vor gemeinfreien Werken."

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33004/1.html

10Mrz/100

Davon, wie der ehemalige CEO von Sun aus dem Nähkästchen plaudert und Steve einfach nur schweigt.

Kurzbeitrag: In Kurzform: Steve Jobs ruft Jonathan Schwartz an und bedroht in damit, ihn wegen der Verletzung von Patenten mittels der Software 'Project Looking Glass' zu verklagen. Jonathan erwidert: "Hey Steve, woher kommt nochmal die Inspiration für Keynote?" Steve schweigt. Und läßt Sun seitdem mit Klagedrohungen in Ruhe. Die ganze Geschichte gibt es hier.

4Mrz/102

8001050f: kurze Beleuchtung des jetzt schon legendären Fehlers aus rechtlicher Sicht.

Am 1. März 2010 geschah unglaubliches. Aus bisher (1.3.2010, 21:30Uhr) ungeklärter Ursache zerschoß ein Bug die Playstation-3 Systeme vieler Anwender weltweit. Betroffen waren vor allem ältere Systeme - die neueren Slim-Versionen waren wohl nicht betroffen, ebenso wie Baureihen aus UK und vergleichbare. Betroffen waren also vor allem die 40, 60 und 80GB Versionen.

Der Fehler 8001050f

Der Fehler im Einzelnen bestand darin, dass man sich nicht mehr ins Playstation Network (PSN), also das SONY-eigene Distributions- und Spiel-Netzwerk anmelden konnte. Das wäre ja noch verhältnismäßig verkraftbar - immerhin wäre das SONYs Umsatz, der da flöten ginge. Der Fehler ging jedoch weiter, erheblich weiter.

Er erstreckte sich nämlich auch auf Spiele, wohl offenbar solche, die mit Trophies ausgestattet sind. Diese ließen sich teilweise überhaupt nicht mehr starten, geschweige denn online spielen, da eben das PSN ausgefallen war. Hier erschien kurz nach dem Öffnen des Spiels ein Fehler mit sinngemäßem Inhalt: "Trophy-Aktualisierung konnte nicht durchgeführt werden. Bitte Spiel beenden."

20Jan/101

Wie Wikipedia ihre Probleme auf einen Schlag lösen könnte, Demokratie ftw!

Hinter den Kulissen von Wikipedia geht es gerade bekanntlich richtig zur Sache. Dabei geht es darum, dass permanent irgendwelche Artikel mittels undurchsichtiger Kriterien als irrelevant eingestuft und gelöscht werden, oder, um die Löschung zu verhindern, darum diskutiert wird, ob die Löschung Sinn macht. In diesen Diskussionen setzt sich wohl meistens die Meinung durch, die den längeren Atem hat und nicht die, die vermeintlich besser für die Qualität der Wikipedia wäre.

Und so wird gebangt um die Qualität, nein, die Zukunft der Wikipedia, es wird gebangt ob des Autorenschwunds und der zunehmenden Frustration der verbleibenden Autoren bei immer weiter steigender Zahl der Benutzer.

1Okt/090

Wieso Piraterie bekämpfen, oder: Content-Piraterie als Marketing-Tool.

Kurzbeitrag: 50-Cent, amerikanischer Hip-Hop Entrepreneur, den ich bisher als seeehr kommerziell eingeschätzt habe, tritt mit einer Aussage ins Licht der Öffentlichkeit, die mich sehr überrascht hat.

Im Kerne:

People can fall in love with the music either way, and then they'll go to concerts. You can't stop piracy either way, so why try to fight it?

Treffender Kommentar eines Lesers dazu:

I never gave this guy a second's thought. As a pop entertainer, most aren't worth even that much time. But his ideas are quite impressive. Despite the fact that his diction reveals a dis-privileged upbringing, what he says reveals a true thinker.

Vielleicht ist diese Auffassung es wert, sich durchzusetzen. Was meint ihr? Kompletten Artikel mit Video gibt es hier.

26Sep/093

Heiße Luft bei Politikern am Beispiele des Vertreter-Interviews in der Pinneberger Innenstadt.

piratenfrage

Querbeet deluxe

Kurzbeitrag: Sehr lesenswert, da aufschlußreich - im Kleinen! In Kurzform: Vertreter verschiedener Parteien geben Interview in der Pinneberger Innenstadt. Interviewer sind die Passanten. Frage kommt auf, ob jeweilige Partei Three-Strikes-Modell nach dem Vorbild Frankreichs unterstützen würde. Der Rest ist Geschichte (hier weiterlesen). Spoiler: die Äußerungen waren nicht so prickelnd, obwohl die Parteien an sich Stellung bezogen haben.

24Sep/092

Wie Pre/Post-Release Modelle sich rechtfertigen müßen, oder: der neue Preis der Unterhaltung II.

Ich beziehe mich bei diesem Artikel zum einen auf die Pre/Post-Release-Modell Vorstellung aus dem Wiki der Piratenpartei, zum Anderen auf meine persönlichen Erfahrungen, was die Zahlungsbereitschaft potenzieller und aktiver Kunden angeht.

Zum ersten Teil: der neue Preis der Unterhaltung am Beispiel der aktuellen Jugendkulturen.

Hintergrund

Der Hintergrund dieses Artikels ist der schwelende Konflikt zwischen Netizens und Künstlern oder, im weiteren Sinne, ihrem Management. Dieser Konflikt wird momentan durch die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Werken im Internet weiter angefacht. Die Entwicklung an sich ist nicht neu, wurde Kazaa, eine P2P-Software, immerhin schon 2001 released. 2004 wurde der erste Nutzer wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt, seitdem ist die Nutzung von P2P-Software im Hinblick auf illegales Material ein ständiges Spiel mit dem Feuer.

23Sep/090

PKW-Kennzeichenabgleich bleibt umstritten, denn Verwaltungsgericht läßt Berufung zu.

Kurzbeitrag: In Bayern erließ das Verwaltungsgericht München heute ein interessantes Urteil. Es geht um den massenhaften, verdachtsunabhängigen Kennzeichen-Abgleich von KFZ und die folgende Speicherung über einen bestimmten Zeitraum.

Der Kläger Benjamin Erhart klagte gegen diese in Teilen Bayerns durchgeführte Praxis. Der Richter wies die Klage ab, da momentan in Bayern nur stichprobenartige Kontrollen durchgeführt würden. Er ließ die Berufung aber mit der Begründung zu, dass es sich um ein wichtiges Thema handele, dessen ganze Komplexität durchaus auch anders bewertet werden könne.

Benjamin Erhart und sein Anwalt Patrick Breyer rufen jetzt zum Spenden für eine Berufungsklage auf.