Das Internet schafft Preis-Transparenz? Im Prinzip ja, doch die Anbieter im deutschen Telefonmarkt verschleiern ihre Angebote mit unzähligen Optionen. Und die Vergleichsportale wollen auch nur Geld verdienen. Eine Beschwerde.

Es wär‘ ja so schön, doch zu verschen- ken haben kommerzielle Unternehmen nichts, und die Anbieter im Telekommunikationsmarkt schon gleich gar nicht. Die Kunden verlangen nach immer schnelleren Leitungen, mehr Internetvolumen für ihre Smartphones, und kosten soll das alles nicht gerade nichts, aber doch so wenig wie möglich. Doch sie müssen ja schließlich all die Masten aufstellen und Kabel verlegen.

Aber wofür gibt es Vergleichsportale? Ein Instrument, potenziell wie geschaffen dafür, Transparenz herstellen. Welche Leistung kostet bei wem wie viel? Einen Handyvertrag, OHNE Handy aber MIT Auszahlung? Doch wer nicht den erstbesten Vertrag abschließen, sondern aufs Preis-Leistungsverhältnis schauen will, stellt schnell fest: So einfach ist das alles nicht. Denn die Vergleichsportale werden ja nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit betrieben, sondern weil ein Unternehmen damit sein Geld verdienen will. Und manche tun das nicht nur mit Werbung auf den Webseiten, sondern auch mit Kooperationen mit dem einen oder anderen Anbieter, der dann eben weiter oben erscheint. Oder die Seite listet einen Konkurrenten gar nicht oder erst weiter unten auf.

Das ist schon recht unschön, aber das weitaus Schlimmere ist der Dschungel aus Tarifen, Optionen, Bedingungen und Klauseln, den die Anbieter haben wuchern lassen. Eine hochgestellte Ziffer hier, die auf viel Kleingedrucktes verweist, ein Sternchen da, und schon ist die Verwirrung perfekt. Der verlockend niedrige Preis für ziemlich viel Leistung, so erfährt man dann, gilt nur für sechs oder zwölf Monate, danach wird es wesentlich teurer. Aber wer will schon alle sechs oder zwölf Monate den Anbieter wechseln? Zumal die Geschichten Legion sind von Kunden, die wegen Abstimmungsproblemen der Anbieter wochenlang ohne Internet auskommen müssen.

Dann gibt es da die Versprechen auf Gutschriften, Übernahme von Kosten etwa für die Rufnummern-Mitnahme. Auch das will ja einberechnet werden, was die besseren unter den Vergleichsseiten auch tun. Also alles kein Problem?

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Von wegen. Es geht ja schon einmal damit los, dass man ziemlich gut wissen sollte, welche Leistungen man eigentlich braucht. Doch erstens tun sich viele Nutzer schwer dabei, das vorherzusehen. Zum anderen ist manches eben auch nicht vorhersehbar. Und in den zwei Jahren, die DSL- oder Handyverträge meistens laufen, kann viel passieren. Immerhin lassen sich bei manchen Verträgen die Optionen nachträglich anpassen, etwa mehr Frei-Minuten oder Internetvolumen statt Frei-SMS. Doch das ist nicht immer so, und daher bleibt es ein sehr zweifelhaftes Vergnügen, den besten Kompromiss für die jeweils eigenen Anforderungen zu finden.

Denn auf einen Kompromiss läuft es meistens hinaus. Ein Angebot, das alle Wünsche erfüllt und dazu noch wenig kostet, finden nur die wenigsten. Für Frustration ist dabei so gut wie immer gesorgt. Da hat man endlich den Wunschtarif, dann zeigt sich zum Beispiel: Das schnelle LTE-Funknetz ist darin nicht enthalten. Oder die Laufzeit ist zu lang.

Einen Hebel aber haben die Kunden immerhin. Da die Unternehmen kaum noch echte Neukunden gewinnen, sondern sie sich überwiegend einander abjagen, möchte keine Firma Kunden leichtfertig verlieren. An der Service-Hotline lassen sich, so man denn mal durchgedrungen ist, mitunter bessere Konditionen rausschlagen. Zu verschenken aber – siehe oben – hat keiner was